Pressebricht Kölner Stadtanzeiger
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Das Wasser stand hüfthoch
VON THOMAS SCHMITZ, 28.09.07, 07:48h, AKTUALISIERT 28.09.07, 16:24h
Kreis Euskirchen - Landunter in Aachen und in der Eifel:
Stundenlange Regenfälle haben dort in der Nacht zum Freitag zu Überschwemmungen geführt. Mehrere Flüsse traten über die Ufer, Straßen und Keller standen unter Wasser. In Aachen lief der historische Ortskern von Kornelimünster voll. In der Eifel waren mehrere Ortschaften vom Dauerregen betroffen, Straßen mussten gesperrt werden. Doch schon am Vormittag entspannte sich die Lage wieder. Am Nachmittag sagte ein Sprecher der Feuerwehr: "Das Wasser ist konstant zurückgegangen." Auch für den Kreis Euskirchen gab es Entwarnung.Es war kurz vor 5 Uhr am Freitagmorgen, als in der Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen die eh schon mehr als angespannte Lage beinahe aussichtslos wurde. Kreisbrandmeister Udo Crespin, der Leiter des Rettungsdienstes, griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer von Landrat Günter Rosenke. Punkt 5 Uhr stellte dieser den Großschadensfall für seinen Landkreis fest. Bis dahin koordinierten Udo Crespin und sein Führungsstab bereits seit mehr als acht Stunden über 700 Feuerwehrleute aus so gut wie jeder Kommune des Kreises Euskirchen inklusive zweier Löschzüge aus dem Kreis Düren. Der Grund: Die starken Regenfälle am Donnerstag und auch in der Nacht zum Freitag forderten ab Donnerstagabend ihren Tribut. Das Flussbett der Erft schaffte die gewaltigen Wassermassen nicht mehr.Im Bad Münstereifeler Stadtgebiet ging es ab 21 Uhr los. Zunächst trat in Schönau die Erft über die Ufer. Von da an ging es Schlag auf Schlag: Ob Eicherscheid, Bad Münstereifel selbst oder Iversheim: die Feuerwehrleute der Stadt Bad Münstereifel hatten alle Hände voll zu tun, pumpten die Wassermassen ab und begannen, Sandsäcke zu verlegen. Doch alle Mühen waren vergebens. Gegen die gewaltigen Wassermassen, die die Erft bereithielt und über die Ufer schwemmte, hatten sie nichts entgegenzusetzen.Wasser stand ein Meter hoch in den StraßenAm schlimmsten traf es zunächst das 118-Seelen-Örtchen Gilsdorf, das zwischen Nöthen und Pesch liegt. Der Eschweilerbach konnte das Wasser, das aus der Erft strömte, nicht mehr aufnehmen. Der Bach trat über die Ufer und überschwemmte den Ort. Innerhalb kürzester Zeit stand das Wasser in dem Ort fast einen Meter hoch in den Straßen, alle Häuser liefen voll. Feuerwehrleute, die durchs Nass wateten, standen bis zur Hüfte im Wasser.Zahlreiche Löschzüge aus den südlichen Kommunen im Kreis Euskirchen wurden zur Unterstützung nach Gilsdorf gerufen. Im Laufe des Abends eilten Feuerwehrleute aus Mechernich, Kall, Nettersheim, Schleiden, Hellenthal, Blankenheim und Dahlem ins Bad Münstereifeler Stadtgebiet und versuchten, die Wassermassen mit Sandsäcken zu stoppen. Auch das Technische Hilfswerk (THW) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlugen in Gilsdorf auf. Der Rettungsdienst hatte ebenfalls einen Einsatz. Eine bettlägerige Person, die im Erdgeschoss eines Hauses untergebracht war, schwamm buchstäblich auf der Matratze durch die Wohnung und musste gerettet werden.Gegen Mitternacht wurde Gilsdorf dann von der Polizei und den Einsatzkräften mit einem Unimog des THW bei strömendem Regen evakuiert. In vom DRK bereitgestellten Bussen konnten sich die Bewohner aufwärmen und, wenn nötig, behandeln lassen. Einige der Bewohner wollten ihre Häuser nicht verlassen und mussten von der Polizei gezwungen werden. Feuerwehrleute wurden zum Teil in Frontladerschaufeln sitzend mit Traktoren durch Gilsdorf gefahren.Bundesstraße 51 gesperrtAuch in anderen Bereichen von Bad Münstereifel herrschte Land unter. Die Bundesstraße 51 zwischen der Kurstadt und Eicherscheid war überschwemmt und musste gesperrt werden. Auch die Kölner Straße war im Bereich des Bahnhofs, also kurz vor dem Feuerwehrgerätehaus, überflutet. Dort hatte sich ein Einsatzleitwagen der Feuerwehr postiert, der die Einsätze im Bad Münstereifeler Stadtgebiet koordinierte und die wichtigsten Meldungen an die Rettungsleitstelle weitergab.Das gleiche Gefährt stand auch in Kreuzweingarten. Euskirchens Feuerwehrchef Peter Pesch leitete den Einsatz auf kreisstädtischer Seite. Denn auch die Ortschaften Kreuzweingarten und Rheder wurden bereits am Donnerstag Opfer der Wassermassen. Im Laufe der Nacht stieg das Wasser dort auf Kniehöhe an. In Rheder schoss das Wasser der übergelaufenen Erft um die Kurve der Dechant-Wollgarten-Straße in den Kieselweg. Seit den 50er- und 60er Jahren, da waren sich einige Bewohner von Kreuzweingarten und Rheder einig, hat es so ein Hochwasser nicht mehr gegeben.Als ob das schon nicht genug gewesen ist, spitzte sich die Lage gegen 4.45 Uhr noch einmal zu. Urft und Olef traten in Kall und Gemünd über die Ufer, das Hochregallager der Firma Papstar in Kall lief mit Wasser voll, Wißkirchen und Satzvey wurden überschwemmt. Für Udo Crespin und seinen Stab war dieses Szenario kaum noch zu stemmen, weswegen Landrat Günter Rosenke die Großschadenslage feststellte.Zwischen fünf Uhr und sieben Uhr überfluteten die Wassermassen von Urft und Olef zahlreiche Ortschaften in Kall. In Sötenich stand der Dorfplatz unter Wasser, auch die Trafostation der KEV konnte nicht mit Sandsäcken geschützt werden.Person vermisstZu allem Überfluss wurde im Bereich der Kläranlage zwischen Sötenich und Urft eine Person vermisst, die gottlob nach wenigen Minuten unverletzt wieder auftauchte.In Aachen lief der historische Ortskern von Kornelimünster komplett voll Wasser. Dort war das Flüsschen Inde nach stundenlangem Dauerregen um mehr als 80 Zentimeter angestiegen und über die Ufer getreten. Der historische Marktplatz stand bis zu 70 Zentimeter hoch unter Wasser. Rund 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Feuerwehren Köln, Bonn und Maastricht schickten Unterstützung, nachdem in Aachen die Sandsäcke ausgingen. Die Stadtwerke haben aus Sicherheitsgründen in einigen Bereichen die Stromversorgung unterbrochen, teilte die Feuerwehr weiter mit. Mehrere Autos waren rechtzeitig aus der Gefahrenzone geschleppt worden. (mit dpa)
http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1190930479985
Starke Regenfälle in Deutschland
ERSTELLT 28.09.07, 14:38h
Starke Regenfälle haben im Westen und im Norden Deutschlands in der Nacht zum Freitag für Überschwemmungen gesorgt. In Nordrhein-Westfalen waren besonders die Stadt Aachen und die Eifel betroffen. An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kam es wegen stürmischer Winde in Lübeck und dem Kreis Ostholstein zu Hochwasser. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei entspannte sich die Situation aber im Laufe des Vormittags wieder.Bei Aachen trat die Inde über die Ufer und überschwemmte den historischen Stadtkern von Kornelimünster. Viele Häuser standen dort bis zu 70 Zentimeter unter Wasser. Die Feuerwehr richtete kurzfristig einen Krisenstab ein, der aber am Morgen wieder aufgelöst wurde. Bis zu 280 Einsatzkräfte hatten in der Nacht versucht, das Hochwasser mit Sandsäcken einzudämmen.Auch Teile von Bad Münstereifel waren betroffen. Die Feuerwehr musste zahlreiche Keller leer pumpen und liegen gebliebene Autos abschleppen. Neben mehreren Kreisstraßen wurden auch die Bundesstraßen 258 und 51 für den Verkehr vorübergehend gesperrt. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Essen kam es in der Eifel innerhalb von 20 Stunden zu Niederschlägen von bis zu 82 Litern pro Quadratmeter.Auf dem Campingplatz Wulfener Hals auf der Ostseeinsel Fehmarn standen mehrere Wohnwagen mit Vorzelt im Wasser. Die Feuerwehr schützte die übrigen Wohnwagen vor den Wassermassen mit mehr als 1300 Sandsäcken. Durch den Sturm waren Ostseewellen über den Deich geschwappt. Das Wasser wurde von der Feuerwehr wieder zurück ins Meer gepumpt.In Lübeck und dem Kreis Ostholstein verzeichnete die Polizei insgesamt 37 Einsätze. Bis auf einige umgestürzte Bäume gab es laut Polizei kaum Schäden. Der Wasserstand an der Obertrave hatte den kritischen Stand von 6,37 Metern erreicht. In Lübeck drückte der Wind das Wasser über die Kaikanten. Alle Fahrzeughalter hätten ihre in diesem Bereich stehenden Autos aber rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Am Freitagvormittag ging der Wasserstand der Trave den Angaben zufolge bereits wieder zurück.In Heiligenhafen wurden einige Kühe vom Hochwasser eingeschlossen. Eine akute Gefahr bestand für die Tiere den Angaben zufolge nicht, da sie auf einer kleinen Anhöhe standen. (ddp)
http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1190965913496
Erft ist regelrecht durchs Haus gelaufen
VON HEIKE NICKEL, 28.09.07, 16:49h, AKTUALISIERT 28.09.07, 16:50h
Kreis Euskirchen - Gilsdorf am Tag nach der Flut:
In allen Häusern des Unterdorfs werden Schlamm und Wasser geschippt, Möbel herausgetragen und Teppiche zum Trocknen auf Zäune, Leitern und Mauern gehängt. Die Bewohner des 120-Seelen-Ortes packen alle mit an. Wer selber nicht die Kraft dazu hat, kocht Kaffee für die Helfer. In manch einer Küche dampft Suppe in großen Töpfen. „Jeder hilft jedem, die Nachbarschaftshilfe funktioniert“, versichert ein Gilsdorfer. Auch zahlreiche Nöthener sind gekommen und versuchen zu retten, was zu retten ist.„Wir haben heute Nacht alles gegeben“, so ein Einwohner erschöpft. Gemeinsam habe man Plastik- und Mülltüten mit Sand befüllt und vor den Hoftüren aufgestapelt. Genutzt hat es nicht viel. Vor allem der Wollweg wurde zum reißenden Strom, der teilweise Häuserfassaden abriss und sämtliche Keller und Erdgeschosszimmer überflutete.Ruth Eich ist noch ganz blass, so etwas hat sie in ihrem ganzen Leben noch nie erlebt. „Ich hatte eine ganz schöne Angst“, sagt die 76-Jährige, die von ihrem Schwiegersohn vorsorglich aus dem Haus geholt wurde. Nachts versuchte die Familie, Hab und Gut der alten Dame zu retten. Dabei fiel einer der Söhne noch in die überflutete Grube in der Scheune, die in den Wassermassen nicht zu sehen war.Auch in Kreuzweingarten überraschte die über die Ufer getretene Erft die Anwohner. Bei Wolfgang und Ulle Förschler ist „sie regelrecht durchs Haus gelaufen“. Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Flur und Keller: Alles ist mit einer dicken, modrigen Schlammschicht überzogen. Die exotischen Pflanzen der Gartenarchitektin wurden weggeschwemmt. Auch am Freitagmittag standen Teile von Hof und Garten noch knietief unter Wasser.Verzweiflung auch bei etlichen Bewohnern von Rheder. „Das Haus ist komplett neu renoviert, erst vor ein paar Tagen ist das Gerüst an der Fassade abgebaut worden“, sagt Ulli Keienburg. In der untersten Etage ihres Hauses stand das Wasser rund einen Meter hoch: Kinderzimmer, Waschküche und Heizungsraum liefen voll. Der Schaden ist immens, eine Versicherung gegen Flutschäden hat die alleinerziehende Mutter - wie die meisten der Betroffenen - nicht. „Ich wusste gar nicht, dass ich da eine Zusatzversicherung gebraucht hätte“, meinte die 52-Jährige.
http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1190968598142
Das Wasser stieg von Minute zu Minute
VON THOMAS SCHMITZ UND HEIKE NICKEL, 28.09.07, 23:12h, AKTUALISIERT 28.09.07, 23:14hksta.tv:
Euskirchen / Aachen -
In der Nacht zum Freitag verwandelten sich im Kreis Euskirchen Bäche wie Erft, Urft und Olef nach dauerregen in reißende Flüsse. Zahlreiche Ortschaften im Kreis wurden überflutet, besonders betroffen waren die Städte Bad Münstereifel (130 Liter Niederschlag in 24 Stunden) und Euskirchen sowie Gemünd und Kall. Landrat Günter Rosenke stellte am Freitagmorgen um fünf Uhr den „Großschadensfall“ fest: „Unsere Feuerwehrleute hätten das nicht alleine bewältigen können.“ Rund 900 Rettungskräfte aus dem Kreis Euskirchen, dem Kreis Düren, dem Rhein-Erft-Kreis, der Stadt Köln und aus Simmerath waren im Einsatz.Nachdem die Pegel von Erft, Urft und Olef am Donnerstagabend dramatisch angestiegen waren, ging gegen 22.30 Uhr eine Hochwasserwarnung bei der Rettungsleitstelle ein. Von da an hieß es: Sandsäcke legen. Gegen die gewaltigen Wassermassen, die kurze Zeit später durch die Gassen und Straßen einzelner Ortschaften donnerten, konnten sie jedoch nichts ausrichten. Bis zum Freitagmorgen gingen rund 1000 Notrufe verzweifelter Bürger ein.Stark betroffen war die kleine Ortschaft Gilsdorf bei Bad Münstereifel, durch die der Eschweilerbach fließt. Die Flut stand bis zu einem Meter hoch in den Straßen. Gegen Mitternacht gelang es, 20 von den Wassermassen eingeschlossene Bewohner mit einem Unimog des THW in Sicherheit zu bringen. „So etwas hat es hier noch nicht gegeben“, versichert ein 81-jähriger Einwohner. Der schwerhörige Senior wurde von Nachbarn gewarnt. „Sie haben in der Nacht mit Besen an mein Schlafzimmerfenster geschlagen.“ Der Gilsdorfer half anschließend tatkräftig mit und schleppte Sandsäcke - und erlitt einen Schwächeanfall. „Das war alles zu viel für mich.“„Das Wasser stieg von Minute zu Minute, wir haben gerettet, was wir konnten“, erzählt Ulli Keienburg, die die Renovierung ihres Hauses erst vor wenigen Tagen beendet hatte. Die Straße in Euskirchen-Rheder, in der sie lebt, habe sich in einen „Seitenarm der Erft“ verwandelt. Die Zimmer im Souterrain wurden komplett verwüstet, Heizung und sämtliche Elektrogeräte zerstört.Einer hilft dem anderenAm Tag danach regierte der Pragmatismus. „Einer hilft dem anderen, die Nachbarschaftshilfe funktioniert bestens“, meinte Christa Schmitz (62), die am Freitagmorgen in Gilsdorf tatkräftig mit anpackte. Ihr Sohn und seine Familie sind im Urlaub, sie wussten noch gar nichts von der Flutwelle, die auch das Erdgeschoss ihres Hauses verwüstete. Vater Peter hatte in der Nacht noch versucht, Haus und Hof mit Sandsäcken zu schützen: „Ich habe alles versucht, aber es hat nichts geholfen.“Bei Aachen trat die Inde über die Ufer und überschwemmte den historischen Stadtkern von Kornelimünster. Viele Häuser hatten dort in der Nacht bis zu 70 Zentimeter unter Wasser gestanden.Am Wochenende wird es zwar in NRW weiter regnen, aber vornehmlich in Westfalen. An diesem Samstag ist es im Rheinland bedeckt und selten freundlich mit Schauerneigung; doch schon am Sonntag überwiegen freundlichere Abschnitte bei Temperaturen von immerhin 16 bis 18 Grad. Auch der Montag beginnt sonnig. Weitere Fluten müssen die Menschen in der Eifel jedenfalls in den nächsten Tage nicht fürchten.
http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1190968598829
Sonderregelungen für Sperrmüll
VON THOMAS SCHMITZ, 01.10.07, 19:31h
Die betroffenen Städte und Gemeinden gehen mit dem durch das Hochwasser entstandenen Müllproblem unterschiedlich um.
Kreis Euskirchen - Nach wie vor bereiten die Folgen des Hochwassers von Freitag den betroffenen Anwohnern große Probleme. Zum einen ist da der finanzielle Schaden, der durch die Überschwemmungen entstanden ist. So berichtete Wolfgang A. Eck, Pressesprecher der Provinzial Rheinland, dass bei der Versicherung bisher zwölf Fälle aus dem Kreis Euskirchen bekannt sind. Die angemeldete Schadenssumme beläuft sich auf insgesamt 80 000 Euro. Doch nur die wenigsten Bürger hatten eine Elementarschadenversicherung gegen Überschwemmung oder Wasserschäden abgeschlossen. „Viele unterliegen einem optimistischen Fehlschluss und denken, dass ihnen so etwas eh nicht passiert“, erklärte Eck. Rechnet man hoch, wie viele Häuser in den entsprechenden Orten beschädigt worden sind, dürfte der Schaden tatsächlich im Millionenbereich liegen.
Außer den hohen Kosten, die durch die Überschwemmung entstanden sind, bleiben die Bürger auch noch auf ihren durch das Wasser zerstörten Gegenständen sitzen. Die vier betroffenen Städte und Gemeinden gehen mit der Sperrmüll-Problematik unterschiedlich um. In Kall etwa wurde der Sperrmüll in den am schlimmsten betroffenen Gebiete schon am Freitag und Samstag abgeholt. Das Entsorgungsunternehmen Schönmackers und der Bauhof der Gemeinde haben ganze Arbeit geleistet. „Wir wollten zur Herbstschau am Sonntag sauber sein“, erklärte Ordnungsamtsleiter Alois Poth. Der restliche noch anfallende Müll soll jetzt ebenfalls zügig abgeholt werden. „Die Gemeinde wird darauf Einfluss nehmen“, verspricht Poth und ist zuversichtlich, dass das auch klappen wird: „Bislang haben wird mit der Firma Schönmackers nur sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Am schlimmsten betroffen von dem Hochwasser war das Örtchen Gilsdorf. Der komplette Ortskern war überflutet, Anwohner mussten evakuiert werden, die Rettungskräfte standen bis zur Hüfte im Wasser. Die Stadt Bad Münstereifel hat nur für diesen Ort eine Sondersperrmüllabholung eingerichtet. Eine absolute Ausnahmeregelung, wie es aus dem „roten Rathaus“ heißt. Heute Morgen wird der normale Sperrmüll abgeholt, am Nachmittag sind defekte Elektrogeräte dran. In anderen Ortschaften wie Schönau, Eicherscheid oder Arloff wird der Sperrmüll zu den normalen Terminen abgeholt.
Auch die Stadt Euskirchen wird das Sperrgut an den üblichen Tagen abholen. Pressesprecherin Silke Winter weist darauf hin, dass in diesem besonderen Fall aber in den betroffenen Gebieten wie etwa Kreuzweingarten, Rheder, Wißkirchen und Euenheim alles mitgenommen wird, was am Wegesrand steht, also auch Kartonagen und gefüllte Säcke. Auch die Höchstmenge von vier Kubikmetern muss nicht eingehalten werden. Eine Anmeldung ist unter diesen außergewöhnlichen Umständen auch nicht nötig. Die Anwohner der betroffenen Bereiche werden allerdings noch einmal gesondert durch Handzettel informiert. Rückfragen sind an die Mitarbeiter der städtischen Abfallwirtschaft unter 0 22 51 / 1 42 80 oder 1 44 57 zu richten.
„Unser Stadtgebiet war Gott sei Dank außer Gemünd kaum betroffen“, berichtete der Schleidener Ordnungsamtschef Horst Klöcker. Aus diesem Grund wird es auch keine Sonderregelungen bei der Müllabholung geben.
http://www.ksta.de/html/artikel/1190968604333.shtml


